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Nanga-Parbat-Expedition 2004

Nanga Parbat Rupal Face

25.05.2004     Zweite Trekkingetappe

Wieder einmal heißt es sehr zeitig aufstehen, denn wenn 8.00 Uhr der Unterricht in der Günther Mountain School beginnt, müssen wir schon längst über alle Berge sein. Außerdem läuft es sich in den kühlen Morgenstunden wesentlich angenehmer als in der Mittags- und Nachmittagshitze. Bevor wir die Schule verlassen, wollen wir uns natürlich für die Gastfreundschaft bedanken und zugleich unseren Beitrag leisten, hier ein wirklich gutes Werk zu tun. So bekommt der Lehrer von uns 5000,- Rupien, um eine eingestürzte Stützmauer am Schulhof zu reparieren und für seine 26 Schüler für jeden ein Paar Schuhe zu kaufen. Selbst mit solch vergleichsweise geringen Beträgen kann man in solch abgelegenen Gegenden etwas bewegen.
Jehangir und Dildar haben uns für 6 Uhr ein ausgiebiges Frühstück fertiggemacht. Es gibt Haferschleim, frische Tschapati, Omelette sowie Marmelade, Honig und Tee, Kaffee und Milch. 6.45 sind wir eigentlich schon fast abmarschbereit, doch die Träger ziehen die Lastenverteilung einmal mehr mit endlosen Diskussionen in die Länge. Dabei werden die allermeisten Lasten ohnehin von Eseln getragen und nur wenige Träger schleppen etwas selber. Und da sich gegenüber gestern eigentlich ja auch absolut nichts geändert hat, könnte theoretisch jeder seine Last nehmen und alles wäre innerhalb von fünf Minuten erledigt. Aber diese Logik gilt hier einfach nicht. Es wird erneut diskutiert, gestritten und verhandelt. Wir starten 7.45 Uhr, aber ehe sich die letzten Träger einig sind, dauert es sogar bis 8 Uhr.
Der Weg führt landschaftlich sehr schön zunächst recht steil ansteigend am Hang entlang nach oben. Wir passieren mehrere kleine, idyllisch gelegene Almen und haben den ganzen Tag lang eine phantastische Sicht auf den Nanga Parbat, der sich majestätisch weiß unterm strahlend blauen Himmel erhebt. In dem winzigen Dorf Kachal legen wir eine ausgiebige Mittagsrast ein. Kurz darauf kommen wir durch lichte Birkenwälder und eine Gegend von landschaftlicher Schönheit, die sich mit Worten kaum beschreiben läßt: blühende Wiesen voller Orchideen und Vergißmeinnicht, umrahmt von hundert Jahre alten knorrigen Bäumen, darüber steile Felswände, die jedes Klettererherz höher schlagen lassen und das alles überkrönt von Dutzenden schneeweißen Bergen und strahlend blauem Himmel - ein absoluter Traumtag!
Am zeitigen Nachmittag erreichen wir den vorgesehenen Lagerplatz auf etwa 3600 Meter Höhe in Kuth Gali. Als wir ankommen, haben Dildar und Jehangir schon das Küchen- und Mannschaftszelt errichtet und Tee gekocht. 10 Meter hinter dem Zelt ragt eine senkrechte, mehr als 50m hohe Felswand in die Höhe, deren Anblick besonders Carsten begeistert: in dieser jungfräulichen Felswand könnte man ein gutes Dutzend Kletterrouten oberer Schwierigkeitsgrade erstbegehen. Doch das ist nicht unser eigentliches Ziel... Den ganzen Nachmittag liegen wir in der Sonne, trinken Tee, genießen die herrliche Umgebung und erholen uns vom anstrengenden Anmarsch (immerhin haben wir in den 2 Tagen 1100 und 1000 Höhenmeter zurückgelegt). Die Träger genießen den vorletzten Tag auf ihre Weise: sie fordern mehr Lohn oder das wir zu ihrem heutigen Abendbrot ein Schaf sponsern, was uns auch etwa 3000 Rupien kosten würde. Wir verhandeln eine Weile und entscheiden uns dann für die zweite Variante, da so für uns wenigstens auch gleich etwas frisches Fleisch mit abfällt. Anschließend kommen die Träger alle mit ihren Beschwerden zu Carsten und wollen seinen ärztlichen Rat. Um dem Andrang gerecht zu werden, richten wir unser großes Mannschaftszelt als Praxis ein und Carsten eröffnet seine Sprechstunde. Es sind alle möglichen Beschwerden zu behandeln, alles in allem jedoch harmlose Fälle wie Kopfschmerzen, Knieschmerzen und Rückenschmerzen. Medikamente benötigen wir daher kaum. Lediglich ein paar Pfefferminzpastillen als Placebo-Medikament und ein paar Augentropfen werden benötigt und schon sind alle glücklich...


Markus Walter
Kuth Gali, 25.05.2004

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