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Nanga-Parbat-Expedition 2004

Nanga Parbat Rupal Face

26.06.2004     Es geht los!

Nachdem es gestern abend noch gar nicht so aussah, als könnte man heute schon mit einem Aufstieg ins Lager 1 und nachfolgendem Gipfelversuch beginnen, ist heute der Startschuß für unseren Gipfelangriff gefallen. Doch der Reihe nach... Die Freitag abend per E-Mail empfangenen Wetterberichte sehen zunächst einmal gar nicht so schlecht aus. Ein Aufbruch in den nächsten Tagen wird also ernsthaft ins Auge gefaßt, doch wann es genau losgehen soll, wollen wir noch von der Prognose des Alpinen Wetterdienstes Innsbruck abhängig machen, die in den vergangenen Wochen immer am besten gestimmt hat. Also steht nach dem Abendbrot ein Besuch bei den Österreichern auf dem Programm. Die haben auch prompt eine Prognose parat, die sich mit unseren Wetterberichten so ziemlich deckt: bis Donnerstag ganz gut! Rein rechnerisch brauchen wir 5 Tage vom Basislager bis zum Gipfel und einen wieder zurück. Der anvisierte Gipfeltag sollte also Mittwoch sein, was gerade noch so zu schaffen ist, wenn wir Samstag ins Lager 1 aufbrechen. Noch während wir mit den Österreichern alle möglichen Varianten durchdiskutieren., beginnt weit draußen im Tal heftiges Wetterleuchten. Das beunruhigt uns zunächst nicht weiter, denn es ist längst nicht gesagt, daß das Gewitter bis hierher kommt. Also kriechen wir mit dem festen Vorsatz in die Schlafsäcke, am Samstag früh aufzubrechen... Etwa eine Stunde später werden wir von grellen Blitzen und heftigem Donner geweckt. Das Gewitter tobt sich direkt in unserem Talkessel aus. Das unangenehme daran ist der damit einhergehende Schneefall. Schon nach 30 Minuten sind die Zelte mal wieder von einer dichten weißen Schicht bedeckt. Irgendwann ist der Spuk jedoch vorbei und wir können, nachdem nochmals alle zelte vom Schnee befreit sind, beruhigt einschlafen. Am nächsten Morgen offenbart sich das volle Ausmaß des Gewitters: reichlich 10 cm Neuschnee, die wir gar nicht gut gebrauchen können, Der Aufstieg rückt wieder in die Ferne, zumal das Wetter gar nicht gut aussieht. Bis zum Mittag stabilisiert es sich aber und wir sinnen erneut über die taktisch klügste Variante nach. Erschwerend kommt hinzu, daß wir durchs Fernrohr gesehen haben, daß unsere beide Zelte im Lager 1 offensichtlich unter der Schneelast zusammengebrochen sind. Schließlich entscheiden wir uns für eine ausgeklügelte Strategie: Günter, Jens und Jörg starten noch heute Nachmittag ins Lager 1, um dort zumindest eins der beiden Zelte wiederherzustellen und dort zu übernachten. Morgen wollen sie dann ins Lager 2 weiter aufsteigen. Christian und Markus hingegen bleiben noch eine Nacht im Basislager, um unnötige Transporte ins Lager 1 und vor allem den Aufwand zur Wiederherstellung des zweiten Zeltes zu vermeiden. Sie starten morgen früh 4 Uhr ins Lager 1, um von dort aus ohne Übernachtung direkt ins Lager 2 weiterzugehen. Gemeinsam wollen wir dann ins Lager 3 aufsteigen, von dort einen Tag später mit vollständiger Lagerausrüstung bis etwa 7100 Meter aufsteigen und dort unser viertes Lager errichten, von dem aus es zum Gipfel gehen soll. Soweit der Plan. Ob er gelingt, hängt natürlich in wesentlichem Maße vom Wetter und den Schneeverhältnissen in den oberen Regionen ab. Zunächst jedoch packen Jens, Günter und Jörg ihre Rucksäcke. Zum Glück sind diese bei weitem nicht mehr so schwer wie noch beim letzten Mal, denn die meisten Ausrüstungsgegenstände haben wir ja schon oben. Lediglich reichlich Gaskartuschen und noch etwas Verpflegung sowie die ganz warme Bekleidung für ganz oben müssen noch mit. Gegen 13.30 Uhr brechen die drei auf. Die Künstler begleiten sie bis zum Moränenabbruch und sind 16 Uhr wieder im Lager zurück. Dann packen Christian und Markus ihre Rucksäcke, denn morgen früh ist dazu keine Zeit. Zum Abendbrot gibt es eine (fast) typisch deutsche Leckerei: gebratene (Ziegen-)Leber mit Kartoffelpüree und Zwiebelringen. Die nächsten Tage steht dann Essen aus der Tüte auf dem Programm, da ist eine solche Abwechslung höchst willkommen. Nach dem Abendessen geht es zeitig in die Schlafsäcke, denn morgen früh heißt es zeitig aufstehen. Und ab dann brauchen wir vor allem eins: gutes Wetter! Also an alle zu Hause: Daumen drücken!!!



Markus Walter
Basecamp, 26.06.2004

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