Home
Expeditionen
Hochgebirge
Diavorträge
Hilfsprojekte
Berge 2002
Links
Verein
Nanga Parbat 04
Ziel
Team
Chronik
Sponsoren
Förderer
Kunstexpedition
Trekking
Postkarte
T-Shirt
Links
Medienpartner:
|
Nanga-Parbat-Expedition 2004

02.06.2004
Ankunft von Jens
Am zeitigen Morgen schneit es wieder mal ein wenig, doch schon gegen 6 Uhr hört es auf und langsam stellt sich besseres Wetter ein. Da es gestern und über Nacht viel geschneit hat, ist an einen Aufstieg zunächst nicht zu denken. So legen wir einen Ruhetag im Basecamp ein mit der Option, daß eventuell heute abend zwei von uns ins Lager 1 aufsteigen, wenn sich das Wetter stabil entwickelt und der Schnee etwas gesetzt hat. Der Vormittag entwickelt sich vom Wetter her recht positiv mit einigen richtig sonnigen Abschnitten. Die Sonnenstunden nutzen wir alle zu diversen Verrichtungen, wie z.B. Waschen, mal wieder Rasieren, Ausrüstung sortieren usw. Mit dem Fernrohr beobachten wir einige abgehende kleine Schneerutsche in der steilen Flanke. Unsere Fixseile sind unter der Neuschneedecke natürlich längst nicht mehr zu sehen... Noch vor dem Mittagessen beschließen Christian und Jörg, am Abend noch aufzusteigen und packen ihre Rucksäcke. Günter und Markus beschäftigen sich indessen einmal mehr mit unseren vielen Grußpostkarten und beginnen eine große Briefmarken-Klebeaktion. Da sich unser Verbindungsoffizier Arif langweilt, kommt er zu Hilfe und findet solchen Gefallen an der Ablenkung, daß er nahezu 1000 Briefmarken fein säuberlich aus den großen Druckbögen reißt und auf die Karten klebt. Mitten bei dieser Arbeit schaut plötzlich ein Kopf zur Zelttür herein und wünscht uns freundlich einen guten Tag: Jens ist da! Endlich sind wir also komplett! Allerdings ist Jens alleine gekommen und hat Carsten nicht mitgebracht. Der wartet derweil noch ein Camp tiefer, denn es geht ihm nach wie vor nicht so gut. Nachdem er gemeinsam mit Dieter von unserer Trekkinggruppe vor sechs Tagen abgestiegen ist, war er bis nach Chilas zurückgekehrt, da er anhaltend unter Durchfall litt. Nachdem es ihm wieder ein bißchen besser ging und Jens in Chilas angekommen war, sind die beiden gemeinsam mit einem Jeep bis nach Hallal gefahren und am selben Tag noch nach Diamroi gelaufen. Von dort aus sind sie zusammen mit einem Träger in 2 Tagen bis ins letzte Camp Kuth Gali gewandert, wo Carsten jetzt einen Ruhetag eingelegt hat, während Jens einen Ausflug ins Basislager unternommen hat. Um sich nach dem Streß der viel schnelleren Anreise als bei allen anderen nicht zu übernehmen, will er jedoch am Abend lieber wieder zu Carsten absteigen und erst am nächsten Tag gemeinsam mit ihm wieder hinauf ins Basecamp kommen. Für uns hat Jens eine Menge freudige Überraschungen mitgebracht, vor allem natürlich Briefe von unseren Lieben aus der Heimat, über die wir uns sehr freuen. Außerdem einen neuen Stapel mit Adreßetiketten für unsere Grußpostkarten, so daß uns weiterhin nicht langweilig wird. Und natürlich viel zu erzählen von zu Hause... Als Forstingenieur mit Leib und Seele berichtet er natürlich begeistert von dem schlechten Wetter der letzten Tage in Deutschland , welches für den im letzten Sommer Hitze- und Schädlingsgeplagten Wald einen wahren Glücksfall darstellt. So fällt ihm wenigstens auch die Umstellung aufs naßkalte Basecampwetter nicht schwer, denn heute ist nach einhelliger Meinung der bisher kälteste Tag überhaupt. Und als wir gerade dabei sind, das festzustellen, beginnt es auch prompt wieder zu schneien... Zu Günters großem Leidwesen hat Jens bei all den Nachrichten aus der Heimat die Fußballergebnisse nicht mitgebracht und die im Basecamp jeden Abend empfangener Deutsche Welle liefert auf dem Sportsektor leider auch nur lückenhafte Ingos... Auf jeden Fall ist die Freude groß, daß wir als Team nun endlich vereint sind und nur noch Karstens endgültige Genesung aussteht, ehe wir alle vereint am Berg agieren können. Gegen 17 Uhr gibt es heute schon Abendessen, denn eigentlich wollen Christian und Jörg ja am Abend noch aufsteigen, doch der anhaltende Schneefall stellt dies eher in Frage... Anschließend verabschieden wir uns von Jens, der in etwa einer Stunde wieder hinunter zu Carsten steigt. Da es nach wie vor schneit, beschließen Christian und Jörg, nun doch erst morgen früh zeitig und dafür mit leichteren Rucksäcken aufzubrechen und nach einer kurzen Pause im Lager 1 gleich weiter Material für die Fixseilstrecke hinaufzutransportieren. Günter und Markus werden dann etwa 3 Stunden später mit schwereren Rucksäcken folgen und ein weiteres Zelt, viele Lebensmittel und andere wichtige Dinge ins Lager 1 schaffen. Am Abend sitzen wir alle noch gemütlich zusammen (soweit das mit kalten Füßen eben geht...) und diskutieren taktische Varianten des Aufstiegs. Doch die entscheidende Größe für alle Aktionen, das Wetter, kann natürlich sowieso keiner vorhersehen...
Markus Walter
Basecamp, 02.06.04
zum vorangegangenen Eintrag
Zurück zur Übersicht
|