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Expedition Batura Muztagh 2002

Chronik

27.06.2002     Errichtung von Lager 1 in 5240m Höhe

Der Tag begann für Christian, Jan und Günter im ABC bereits vor dem Sonnenaufgang mit dem Kochen und Packen im ABC auf 4250m Höhe. Pünktlich 5.30 Uhr begannen sie den Aufstieg in der 1800m hohen Steilwand in Richtung Sattelspitze (ein dem Baturasattel vorgelagerter 6000er, den wir auf unserer geplanten Aufstiegsroute überschreiten müssen). Nur wenige hundert Meter vom ABC entfernt hieß es Steigeisen anlegen, und bewaffnet mit je zwei Eisbeilen und zum Schutz vor Stein- und Eisschlag vorsichtshalber einem Helm rückten sie der Wand zu Leibe. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten im Spaltenlabyrinth des unteren Eisbruches meldeten sie sich zur 8-Uhr-Funkzeit bereits aus ca. 4800m Höhe. Der Weiterweg führte nach Eishängen von ca. 35 Grad Neigung nun deutlich steiler durch eine enge Rinne, die zwischen den unüberwindlichen Seracs zur Linken und abschüssigen Felsen zur Rechten gebildet wird und an der schmalsten Stelle nur ca. 5m breit ist. Diese gefährlichste Stelle des ganzen Anstiegs ist zum Glück nur wenige Meter lang und in der Kälte des Morgens relativ gefahrlos zu passieren. Wehe dem jedoch, der sich an diese Stelle wagt, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und aus den oberhalb gelegenen Flanken pausenlos Stein- und Eiskanonaden die Rinne hinunterschickt! Nicht umsonst tauften bereits die Erstbesteiger des Batura I im Jahre 1976 diese Stelle auf Kanonenrohr...
Noch im sicheren Schatten des Morgens passierten Christian, Jan und Günter also auch dieses Hindernis und erreichten 11.30 Uhr in 5240m Höhe eine kleine Eiskanzel, die in der 1800m-Flanke einen der wenigen geeigneten Zeltplätze abgeben würde. Nach Einebnen einer entsprechenden Fläche konnten sie bereits zur 12-Uhr-Funkzeit die Errichtung des Zeltes vermelden - damit stand unser Lager 1, immerhin 5240m hoch und damit ganze 1000 Höhenmeter oberhalb des vorgeschobenen Basislagers. Die zweite erfreuliche Nachricht der Mittags-Funkrunde kam von 2000m tiefer: erstmals meldeten sich Tilo und Dirk per Funkgerät und berichteten hörbar gut gelaunt, daß sie auf ihrem Anmarsch ins Basislager inzwischen bereits die Baltar-Alm erreicht hatten. Zwar kamen sie ohne den für die offizielle Durchführung hier in Pakistan extrem wichtigen Verbindungsoffizier, doch dies hatte eher angenehme Gründe: Major Guhl, ein an und für sich ganz umgänglicher Bursche, wollte zusammen mit einem Freund erst noch ein wenig das Hunzatal besichtigen, ehe er dann irgendwann später im Basislager eintreffen wollte...
Wir waren über diese Entwicklung nicht böse, waren doch damit nun endlich und endgültig alle bürokratischen Hindernisse überwunden, und wir konnten uns nun voll und ganz dem widmen, wozu wir hergekommen waren: dem Bergsteigen! Und während sowohl die drei ganz oben (Christian, Jan und Günter) als auch die drei ganz unten (Tilo, Dirk und unser Koch Jehangir) am Nachmittag keine bergsteigerischen Aktivitäten mehr entfalteten, da sie ihr Tagespensum schon erledigt hatten, transportierten Thomas und Markus weitere 50kg an Ausrüstung vom Basislager über den schuttbedeckten Baltargletscher ins ABC, wo sie ein zweites Zelt aufstellten und sich häuslich einrichteten, um am nächsten Tag weiter aufzusteigen...

Markus Walter
Basecamp, 29.06.2002


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