Tienschan - Gebiet Ak-Shiirak

Karte Ak-Shiirak

Die Ak-Shiirak Gruppe liegt im zentralen Tienschan in der Republik Kirgistan.
Sie stellt die Wasserscheide zwischen dem Flußsystem des Naryn, welcher später als Syrdarja in den Aralsee fließt, und dem des Sary-Dshas, welcher nach China in das Tarimbecken hinabfließt, dar. Keiner dieser Flüsse erreicht jemals die Weltmeere.
Die Ak-Shiirak Gruppe ist von allen Seiten durch andere Gebirgsketten begrenzt und deshalb nur schwer zugänglich. Im Norden ist dies die Terskey-Ala-Tau Kette mit Gipfelhöhen bis zu 5000 m, welche den Zugang zum Bergsee Issyk-Kul versperrt. Im Süden erhebt sich mit der Kokschal-Tau Kette die mit bis zu 7439 m höchste und zugleich längste aller Tienschanketten. Östlich wird das Gebiet durch den Fluß Irtasch von der Kuylu-Kette getrennt, welche mit einer maximalen Gipfelhöhe von 5281 m ähnliche Höhen wie die Ak-Shiirak Kette aufweist.
Westlich der Gruppe breitet sich mit dem Ara-Bel Plateau zunächst eine Hochebene zwischen unserer Gruppe und der nächstgelegenen Jetym-Bel Gruppe aus.

Die Gebirgsgruppe selbst besteht aus drei parallelen, von Nordost nach Südwest verlaufenden Ketten mit einer Gesamtlänge von 60 km, die über hochgelegene Grate miteinander verbunden sind.
Das Kerngebiet ist nahezu vollständig vergletschert, für uns der entscheidende Hinweis, daß Skibergsteigen in dieser Gruppe möglich sein könnte. Die vergletscherte Fläche beträgt insgesamt ca. 450 Quadratkilometer. Der größte Gletscher der Gruppe, der Petrov Gletscher hat eine Länge von ca. 10 km in Fließrichtung. An seinem unteren Ende befindet sich ein See in 3700m Höhe, aus dem der Fluß Kumtor entspringt.
Die ganze Ak-Shiirak Gruppe ist sehr kompakt und vollständig in großer Höhe gelegen. Es gibt quasi keinen Punkt im Gebirge, unterhalb von 3500m. Die Kamm- und Gipfelhöhen bewegen sich meist im Bereich von 4500 bis 5000 Metern, als mittlere Höhe wird 4700 m angegeben. Es gibt nur wenige dominante Gipfel in der Gruppe, die höchsten Abbrüche finden sich im Bereich von P5125, dem höchsten Gipfel der südlichen Kette.

Am Kumtor Fluß befindet sich die meteorologische Station "Tian Shan", die heute leider nicht mehr besetzt ist. In den sechziger und siebziger Jahren wurden jedoch von hier aus intensive Klima- und Gletscherforschungen durchgeführt. Die meteorologischen Daten von damals lieferten uns die Grundlage für die zeitliche Festlegung der Tour. Die Schneehöhe ist Anfang April am größten und die Temperaturen auf 3500 m bewegen sich im Mittel im Tagesverlauf zwischen -12C um 5 Uhr Morgens bis -3C um 14 Uhr. Aber natürlich sind auch größere Temperaturschwankungen möglich. So wurden im April teils auch Tiefsttemperaturen von -30C gemessen - Grund genug, warme Schlafsäcke und Jacken mitzunehmen.
Während an der Wetterstation an durchschnittlich 216 Tagen einen geschlossenen Schneedecke vorzufinden ist, liegt die Zahl im Inneren der Ak-Shiirak Gruppe bei mehr als 300 Tagen im Jahr. Wir können also auf gute Skibedingungen hoffen.

Weiter flußabwärts befindet sich die erst 1996 in Betrieb genommene =>Goldmine Kumtor, ein kirgisisch-kanadisches Joint Venture. Über die zu dieser Mine führende Straße wollen wir die Gebirgsgruppe nach Abschluß der Tour wieder verlassen.
Südöstlich der Gruppe liegt die kleine Siedlung Ak-Shiirak. Das Klima hier ist durch den Regenschatten der Berggruppe und den Einfluß warmer trockener Luftmassen aus dem Tarimbecken (China) gekennzeichnet. Es gibt hier im Winter nahezu keinen Niederschlag, eine geschlossene Schneedecke kann sich nicht ausbilden.
Die Siedlung ist nur über eine Piste von der Ortschaft Naryn in vielstündiger Fahrt zu erreichen.
Aufgrund der großen Abgeschiedenheit finden sich Vorkommen einiger sehr seltener Tiere. Bis in die achtziger Jahre wurde hier durch Yurin Senkevitch sogar ernsthaft nach dem Yeti gesucht. Heute betreut ISLT ein Projekt zur Erhaltung der Schneeleoparden.


P4920 Foto: Nikolai Simonov

Die bergsteigerische Erschließung steckt noch in den Kinderschuhen. Die Gruppe ist in den vergangenen Jahren gelegentlich von russischen Trekkern, den sogenannten Perevalnikis, besucht worden. Diese "sammeln" jedoch nur Passüberschreitungen (Pereval=Pass) und lassen die Gipfel links liegen.
P5125 Foto: Nikolai SimonovIn den Jahren 2000 und 2001 wurden dann insgesamt 11 Gipfel mit Höhen bis zu 4826 Metern im Südwesten der Ak-Shiirak-Gruppe durch=>englische Bergsteiger bestiegen.
Ebenfalls im Jahr 2001 weilten drei russische Gruppen im Gebiet und durchquerten es von Südost bzw. Südwest nach Nord. Dabei gelang der Moskauer Gruppe um Dmitry Remizov die Erstbesteigung eines 5046m hohen Gipfels. Die =>Gruppe aus Novosibirsk um Nikolai Simonov erstieg ebenfalls einen 5000m hohen Gipfel. Auch diese beiden Gipfel sind bis heute ebenso namenlos wie der schlicht als P5150 bezeichnete höchste Gipfel der Ak-Shiirak-Gruppe, welcher als noch unerstiegen gilt.
Unerstiegen und unbenannt sind auch fast alle anderen hohen Gipfel in den oberen Teilen von Petrov- und Dshaman-Suu-Gletscher, unserem Zielgebiet.

Für die intensivere Beschäftigung mit dem Tienschan empfehlen wir unsere =>Tienschan-Infoseite und unsere =>Tienschan-Linkliste.



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